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Heinrich I. von Isenburg-Grenzau

Heinrich I. von Isenburg wurde zwar nur als zweiter Sohn des Isenburger Herren Gerlach IV. geboren, konnte aber mit seiner geschickten Heiratspolitik seinen älteren Bruder weit übertreffen und seine Macht bis zu seinem Tod immer weiter im Westerwald und in der Wetterau ausdehnen.

(Das Siegel zeigt Heinrichs Sohn, Heinrich II. von Isenburg-Grenzau)

Seine Legitimität sicherte er sich mit dem Bau der bis heute stehenden Burg Grenzau, die Deutschlandweit die einzige Burg mit einem dreieckigen Bergfried ist.

Doch aus welcher Familie Heinrichs Gemahlinnen stammten und wie genau Heinrich all die Herrschaften an sich und seine Erben brachte, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Historiker und Geschichtsinteressierte, wie Helmuth Gensicke und Ludwig Cordon haben bereits eine Reihe von Theorien und Vermutungen aufgestellt, doch alle haben ihre Lücken.

Wer war Heinrichs Mutter? Wer waren seine Gemahlinen oder war es doch nur eine einzige? In diesem Blogartikel versuche ich die vielen Fragen über Heinrichs engste Familie und seine Genealogie aufzuklären und die verschiedenen Ansichten zu erläutern – dabei werde ich aber auch meine eigene Ansichtsweise und Theorie in den Mittelpunkt stellen und begründen.

Doch auch Heinrichs Leben und Aufstieg zum mächtigsten Isenburger seiner Zeit wird ein Mittepunkt dieses Artikels sein.


Herkunft und Jugend

Heinrich wurde um das Jahr 1155 vermutlich auf der Isenburg, Stammburg des Hauses Isenburg, als Sohn des Herren Gerlach IV. von Isenburg geboren, und genoss vermutlich eine für einen heranwachsenden Edelherren übliche Ausbildung, in der sowohl die geistigen als auch körperlichen Fähigkeiten geschult wurden.

Damals bestand die Isenburg hauptsächlich aus dem markanten ungefähr 25 Meter hohen Bergfried, der gleichzeitig als Wohnturm genutzt wurde und sogar ein Verließ im untersten Geschoss beherbergte. Da, wo heute das älteste Burghaus, genannt Altes Haus oder Isenburger Haus, steht, stand damals wahrscheinlich noch ein Vorgängerbau. Der Bergfried sowie das spätere erste Burghaus befanden sich im sogenannten Südlichen Hof und waren von einer bis zu 10 Meter hohen Mauer umgeben.1

Über die Jahrhunderte wurden immer mehr Burghäuser angebaut und weitere Mauerringe um die Kernburg gereiht, wodurch der Nördliche Hof und die Vorburg mit dem Torhaus entstanden. Zur Zeit von Heinrichs Geburt wurde gerade das älteste romanische Burghaus begonnen zu bauen, vermutlich im Namen von seinem Vater Gerlach IV. und Onkel Rembold IV. sowie Großonkel Rembold III., der Graf im Einrichgau war und damit über mehr Ressourcen verfügte.

Wie schon erwähnt war Heinrich nur der zweitgeborene Sohn des Herren Gerlach IV. von Isenburg, denn sein Bruder Gerlach V. wurde bereits um 1150 oder davor geboren und erstmals 1167 kurz nach dem frühen Tod des Vaters erwähnt. Als Zeugen in diversen Urkunden werden die Brüder außerdem immer mit Gerlach beginnend aufgezählt.

Heinrich und sein Bruder Gerlach waren wohl nach dem frühen Tod ihres Vaters die Mündel ihres Onkels Rembold IV. dem Älteren von Isenburg, der damit praktisch die Regentschaft über die Besitze der Brüder ausübte. Da Heinrich damals erst um die zwölf Jahre alt war, musste er erst bis in das Jahr 1171 seine Ausbildung unter Rembold IV. abschließen und konnte damit endlich mit seinem Bruder die Herrschaft der ererbten Besitze ausüben.

Die Brüder Heinrichs

Die zwei Brüder waren allerdings nicht die einzigen Kinder ihres Vater Gerlachs. Im Jahr 1179 werden Gerlach und Heinrich mit ihrem Bruder Dietrich (Theoderich) erwähnt, der nur wenige Isenburgische Rechte erbte und nach 1210 ohne Nachkommen starb. Im selben Jahr tritt in einer trierischen Urkunde ein Friedrich von Isenburg auf, bei dem es sich um einen weiteren Bruder handeln könnte. Zu guter letzt taucht Heinrich mit seinem Bruder Eberhard im Jahre 1202 bei der Gründung der Abtei Sayn auf.

Artikel noch in Arbeit!


  1. Eugen Wasser: Isenburg und die Isenburg: 900 Jahre Dorfgeschichte. Geiger-Verlag, 2002, ISBN 978-3895707216 ↩︎

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